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Ausbildung, Nachrichten

Amateurfunk im IEEE Microwave Magazine

IEEE, „Institution of Electrical and Electronics Engineers“,  ist die größte Standesorganisation der Elektro- und Informationstechnik, in den USA beheimatet, aber weltweit tätig. Der Verein gibt eine breite Palette von wissenschaftlichen Zeitschriften heraus; eine Publikation für Ingenieure im Bereich Mikrowellentechnik ist das „IEEE Microwave Magazine“, mit sehr weiter Verbreitung, weil es jedes Mitglied in der Untergruppierung „Microwave Theory and Techniques Society“ erhält.

Zu meiner großen Überraschung und Freude lag ein Schwerpunkt der Januar/Februar-Ausgabe 2015 auf dem Amateurfunk und seiner Bedeutung für die Wissenschaft der elektromagnetischen Kommunikation. Das beginnt schon auf dem Cover („Spreading the Word“ – Amateur Radio Operators Since the Beginning of EM Communications“); im Heft selbst dann ein dreizehnseitige Artikel zu diesem Thema, verfasst von Robert Caverly, Ward Silver, Al Katz, Marc Franco und Rick Campbell.

Der Artikel stellt zunächst kurz die Geschichte des Amateurfunkdienstes vor und würdigt dessen Rolle in der Erforschung der ionosphärischen Ausbreitung, die auch heute noch in kritischen Bereichen genutzt wird, die infrastrukturfreie weltweite Kommunikation benötigen. Auch weitere Errungenschaften der Amateurfunk-Gemeinschaft werden erwähnt, so Grote Rebers (W9GFZ) bahnbrechenden Arbeiten in der Radioastronomie, die frühen Arbeiten zu Einseitenbandmodulation (SSB) im Funkverkehr durch Funkamateure in den Jahren 1948 bis 1951 oder auch zu „Direct Conversion“-Empfängern in 1968 – Techniken, die Funkamateure zwar nicht erfunden, aber lange vor der professionellen Community genutzt haben.

Breiten Raum finden Erde-Mond-Erde-Versuche, sicher auch, weil Ko-Autor Al Katz (K2UYH) diese Spielart sehr aktiv betreibt und als erster überhaupt „Worked All Continents“ via Mond erreichte.

Viele bekannte Namen unter Mikrowellen-Ingenieuren fanden den Einstieg in den Beruf durch den Amateurfunk. Hier seien nur drei genannt: John D. Kraus (W8JK) schrieb das über viele Jahre führende Lehrbuch zur Antennentechnik. Jack S. Kilby, Nobelpreisträger und einer der Erfinder des integrierten Schaltkreises, war als Schüler als W9GTY auf den Amateurfunkbändern aktiv. Ein anderer Nobelpreisträger, der Astrophysiker Joe Taylor (K1JT), ist heute im Amateurfunk in aller Munde durch seine fantastische Software (WSJT) für die digitale Kommunikation bei geringsten Signal-Rausch-Abständen. In seiner Nobelpreis-Biographie erwähnt Dr. Taylor explizit die frühe Inspiration, die er aus dem „Radio Amateur’s Handbook“ der ARRL erhielt.

Amateurfunk spielt, vor allem in den USA, immer noch eine Rolle in der akademischen Ausbildung. David Rutledge (KN6EK) vom California Institute of Technology, einer der hervorragendsten ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsstätten der USA, ist hier das herausragende Beispiel. Er verwendet schon lange Amateurfunkthemen in der hochfrequenztechnischen Grundausbildung, das daraus entstandene Buch „The Electronics of Radio“ empfehle ich immer wieder Studentinnen und Studenten, die Probleme in den Grundlagen der Hochfrequenzelektronik haben. Und wer die praktischen Übungen alle durchzieht, hat am Ende einen 40m QRP-Transceiver auf dem Tisch stehen. Bei Zoya Popovich (AC0XJ) an der University of Colorado, Bolder, stellt das Bestehen der US-amerikanischen Lizenzprüfung den Abschluss ihrer Einführungsveranstaltung in der Hochfrequenztechnik dar.

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