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Technik

Gut gefiltert: APRS per Internet

In Ulm und um Ulm herum: APRS-Aktivität, aus dem Internet erfasst.

In Ulm und um Ulm herum: APRS-Aktivität, aus dem Internet erfasst.

Internet-Zugang zu APRS-Daten … da fällt dem geschätzten OM, der geschätzten YL sicher zunächst einmal aprs.fi ein, der allgegenwärtige APRS-Datensammler in Finnland.

Aber auch im eigenen Shack kann APRS ganz ohne Funk genutzt werden. Eigentlich ist ja so etwas gegen die reine Lehre des Amateurfunks, aber wenn’s schon mal da ist, warum soll man es nicht nutzen? Vor allem, wenn APRS nur ab und an verwendet werden soll, und sich ein extra Funk-Setup nicht lohnt, oder aber wenn APRS-Aktivität in Regionen weit außerhalb der eigenen Funkreichweite oder des regionalen Digipeater-Netzes genutzt werden soll.

Hier sei die Nutzung der APRS-Internet-Gateways mit Hilfe von UI-VIEW32 beschrieben, dem bekannt APRS-Klienten des viel zu früh verstorbenen Roger Barker, G4IDE.

Ein besonderer Vorteil des eigenen Klienten liegt darin, dass besondere Filterregeln für den Datenstrom festgelegt werden können. Dies ist eigentlich essentiell, denn wollte man den kompletten, in den „Tier 2“-Servern des APRS-Netzes vorhanden Datenstrom auf dem eigenen Rechner spiegeln, würde das sofort Überhand nehmen.

Setup

Zunächst einmal ist Kontakt zu einem Server aufzunehmen. Hierzu wählt man

Setup > APRS Server Setup

im UI-VIEW-Menü. Es erscheint ein Fenster, in dem die Setup-Informationen anzugeben sind. UI-VIEW gibt eine Reihe von Servern vor, diese Liste ist ggf. noch zu aktualisieren (Unter File > Download APRS Server List). Um die Filterregeln verwenden zu können, muss die IP-Verbindung stets auf Port 14580 erfolgen.

APRS Server Setup-Fenster in UI-VIEW

APRS Server Setup-Fenster in UI-VIEW

Ich verwende hier die Server euro.aprs2.net und karlsruhe.aprs2.net. Beide Server verlangen eine Authentisierung bei der Verbindungsaufnahme. Die notwendige Validation Number ist bei registrierten UI-VIEW32-Nutzern bereits erzeugt worden, allerdings hatte ich sie schon vergessen bzw. nicht aufgeschrieben. Kein Problem: auf der UI-VIEW-Website kann man die Registrierungsdaten nachschauen. Der Prozess ist nicht besonders sicher, aber Funkamateure sind ja hoffentlich ehrlich. In nebenstehendem Bild habe ich meine Registriernummer mal sicherheitshalber ausgeschwärzt …

Wichtig ist noch der „Extra log-on text“: hier definiert man das Filter, gibt es keins, schickt der Server auch keine Daten. Meine Filter-Einstellungen heißen „filter m/100“, damit bekomme ich alle APRS-Baken im 100km-Umkreis um meinen Standort. Dazu muss natürlich mindestens ein eigener Positionsreport an den Server geschickt worden sein. Das geschieht automatisch beim Einloggen, allerdings muss in UI-VIEW der eigene Standort auch definiert sein. Mehr zu Filter weiter unten!

Nun muss man sich noch einloggen. Dazu machen wir folgendes:

Actions > Connect to APRS Server

Und schon strömen die Daten herein … na ja, einige 10 Sekunden kann es schon dauern. Ich will keine Daten zwischen der Funkstrecke und dem Internet übertragen, also habe ich da nichts ausgewählt.

Filtern

Wie bemerkt, kann man den Datenstrom nach einer ganzen Reihe von Kriterien filtern. Zum Beispiel könnte man doch eine nette Karte mit allen automatisch arbeitenden Stationen in Deutschland (Prefix DB0 und DM0) erzeugen, die ihre Position über APRS ausstrahlen. Das geht mit dem folgenden Kommando im APRS-Server Setup (unter „Extra log-on text“):

filter p/db0/dm0

Das „p/“ ist also der Prefix-Filter, dem beliebig viele Prefixes folgen, jeweils durch einen Schrägstrich abgetrennt.

Oder ich will nur Wettermeldungen auf der Karte haben. Dann sage ich:

filter t/w

„t/“ ist der Typ-Filter.

Das erzeugt nun aber sehr viel Traffic, also möchte ich es einschränken auf einen 200 km Umkreis um mein eigenes QTH:

filter t/w/DF2DR/200

Vielleicht möchte ich aber die Wetterstationen auch nicht sehen. Das folgende Filter zeigt alle Stationen in 100 km Umkreis um mein QTH an (dazu verwende ich das „m/“ Filter), aber keine Wetterstationen (dazu versehe ich den Typ-Filter mit einem Minuszeichen):

filter m/100 -t/w

Durch das Minuszeichen können alle Filter in ihr Gegenteil verkehrt werden.

Ein letztes Beispiel: ich möchte alle Stationen in 30 km Umkreis um mein QTH und 20 km Umkreis um DB0ZD sehen, aber keine Wetterstationen:

filter m/30 p/DB0ZD/20 -t/w

Es können also recht komplexe Filter-Operationen umgesetzt werden.

Den vollständigen Filter-Befehlsumfang der javAPRS-Server findet man z.B. auf der Website von WA8LMF.

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